Turnier der Rugby-Jugendliga in Marzoll

von Andreas Kettner

Rund ging es mit dem ovalen Ei auf dem Sportplatz Marzoll beim Spieltag der Jugendligen von Rugby Bayern. Zwei Turniere standen auf dem Programm mit U16- und U14-Teams aus dem ganzen Freistaat. In der jüngeren Klasse waren auch die Mädchen und Buben des gastgebenden RFC Bad Reichenhall dabei. Am Ende gab es zwar keinen Sieg für die Raufbuam, aber der gezeigte Einsatz und die Moral im strömenden Regen, die gelungenen Spielzüge  und vor allem das gelebte Fair-Play unter den jungen Rugbyspielern waren ein Volltreffer.

Angefeuert von rund 100 Eltern, Freunden und Fans absolvierten die U16- und U14-Mannschaften abwechselnd ihre Partien.  Gespielt wurde Siebener-Rugby, also mit sieben Akteuren pro Team, mit einer Spielzeit von zweimal sieben Minuten. Angereist war  der Nachwuchs des SC Gröbenzell und TuS Fürstenfeldbruck sowie der Zweitligisten RC Regensburg, München RFC und StuSta München, die im Modus „Jeder gegen jeden“ die Tagessieger ermittelten. Bei der bayerischen Rugby-Jugend werden die einzelnen Spieltage in Turnierform abgehalten und die Resultate in einer Ligatabelle verrechnet. 

Der gastgebende RFC konnte kein eigenes U16-Team stellen, jedoch zeigte Luca Glas als Gastspieler beim MRFC  sein Können.  Letztlich setzte sich aber StuSta München vor dem SC Gröbenzell und München RFC durch.

In der U14 mischte auch das Nachwuchs-Team der Kurstädter mit. Sieben zwölf- und 13-jährige Buben und zwei Mädchen traten an, um sich mit drei weiteren Mannschaften zu messen. Im ersten Spiel ging es gegen ein Piratenteam mit Spielern vom RC Regensburg und  StuSta München.  Die Raufbuam verschliefen dabei den Beginn etwas  und gerieten somit in Rückstand. Der schnelle Maxi Lapsin sorgte noch für einen Versuch zum 5:20-Pausenstand. In Durchgang zwei dominierten die jungen Hausherren dann die Partie und ließen keinen gegnerischen Try mehr zu. Nach guter Vorarbeit seiner Mitspieler war erneut Lapsin durch und verkürzte noch auch 10:20, mehr war aber in der kurzen Zeit nicht mehr drin. Schon reichlich durchnässt liefen die Raufbuam dann zur zweiten Partie gegen die Spielgemeinschaft aus Gröbenzell und  Fürstenfeldbruck auf.  Die Gegenspieler waren aber körperlich und auch vom Spielverständnis her schon weiter als das junge RFC-Team. „Unsere Jungs und Mädels haben sich aber nicht aufgegeben und den Kopf nicht hängen lassen“, lobte Jugendwart Johannes Auer seine Crew. Belohnt wurde der Einsatz mit zwei eigenen Versuchen. Die RFCler legten sich voll rein und sorgten somit für den nötigen Platz, damit Maxi Lapsin wieder durchstarten konnte  und für die Reichenhaller das Ei erfolgreich hinter  der Mallinie ablegte. Am Ende entschieden aber die starken Gäste das Duell mit 30:10 für sich. Motiviert gingen die Kurstädter auch an ihre letzte Aufgabe gegen den MRFC. Hier agierten die Raufbuam auf Augenhöhe und konnten sogar zum zwischenzeitlichen 10:10 durch Versuche von Lapsin  und Felix Glas ausgleichen. In der Folge schlichen sich aber kleinere Fehler in der Abwehrarbiet ein und die Münchner, in deren Reihen einige Spieler aus den Rugby-Nationen   Frankreich und England dabei waren, nutzten diese eiskalt aus. Die Raufbuam kämpften weiter und kamen durch Sprinter Lapsin  zu einem weiteren erfolgreichen Try. Am Ende stand  es für den internationalen Nachwuchs aus der Landeshauptstadt 30:15.  Den Turniersieg sicherte sich am Ende die SG Gröbenzell/Fürstenfeldbruck vor dem MRFC, dem Piratenteam und den Raufbuam.

Patschnass und  erschöpft blickten die Reichenhaller nach dem Abpfiff noch etwas enttäuscht drein, konnten sie doch kein Spiel bei ihrem Heim-Turnier gewinnen. Bald kehrte aber  ein breites Lächeln in die Gesichter zurück, denn die Spielfreude und das Wissen, gegen die starken  Gäste-Teams gut dagegen gehalten zu haben, überwogen letztlich. Auch Coach Auer war zufrieden mit seinen Raufbuam: „Für mich war das Wichtigste, dass die Jungs und Mädchen ihren Spaß hatten, dass sie untereinander eine positive Einstellung hatten und respektvoll miteinander umgegangen sind. Das Ergebnis ist da zweitrangig. Hauptsache sie haben was gelernt – auch, dass es im Training noch viel zu verbessern gibt.“

Ganz nach dem Vorbild der Großen war bei allem sportlichen Ehrgeiz auf dem Rasen, nach dem Schlusspfiff der freundschaftliche Umgang unter den Kontrahenten zu sehen.  Hände wurden geschüttelt, kurze Gespräche geführt und  nach den Partien stellten sich die Teams gegenüber auf, dankten für das gute und faire Spiel und vergaßen dabei auch die Referees nicht. 

Auer freute sich abschließend nicht nur über die Leistung seiner Schützlinge, sondern auch über das Turnier insgesamt –  trotz des schlechten Wetters.  „Es ist immer super, andere Vereine bei uns zu Gast zu haben. Und gerade wenn so viele Jugend-Teams zu uns kommen, ist das besonders schön.“  Auers Dank galt nicht nur den Gästen, sondern auch den Eltern, die unter anderem Kuchen gebacken und vor allem die Raufbuam kräftig anfeuert hatten. Ebenso dankte der Jugendwart allen Helfern vom RFC.

 Trotz der schlechten Punktausbeute ist ihm nicht bang um die Jugend des Vereins.  „Die Truppe ist noch recht jung, in einem Jahr sieht es schon ganz anders aus. Für unsere Jugendarbeit genießen wir in Bayern großes Ansehen.“ So ist man beim RFC  stolz, dass mittlerweile mehrere Akteure aus dem eigenen Nachwuchs erfolgreich bei den Raufbolden mitspielen und auch in der Landesauswahl Bayern sind mehrere junge Reichenhaller vertreten.

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