Raufbolde fordern Graz Respekt ab

von Andreas Kettner

Eine erfolgreiche, wenn auch verregnete Generalprobe gab es für den Rugby-Club Bad Reichenhall im Testmatch gegen den RC Graz.   „Ich bin sehr zufrieden. Ein 0:17 gegen einen österreichischen Bundesligisten musst du erstmal schaffen“, freute sich Coach Andreas Brunnauer. „Auch die Grazer haben uns vollsten Respekt ausgesprochen.“ Viel wichtiger als das Ergebnis war aber, dass alle 22 Raufbolde zum Einsatz kamen sowie  auf den Schlüsselpositionen mehrfach gewechselt und verschiedene Varianten ausprobiert werden konnten.    Der Blick war klar auf den Frühjahrsauftakt der Rugby-Regionalliga am 1. April beim RFC Rose Tower in Grafenwöhr gerichtet. „Ich habe meine Taktik für das erste Spiel gefunden, und auch meine Startformation habe ich schon im Kopf,“ so Brunnauer über den erkenntnisreichen Test.

 Ganz optimal lief das einzige Vorbereitungsspiel der Kurstädter vor dem Ligastart dennoch nicht ab. Der Dauerrregen hatte den Boden aufgeweicht, wodurch so mancher Spieler beim Hakenschlagen schonmal wegrutschte. Und auch das ansonsten schon schwer zu kontrollierende Rugby-Ei wurde durch den Regen nicht griffiger. Dennoch gaben die beiden Teams alles und belohnten auch die rund 50 Fans, die trotz der ungemütlichen Witterung am Marzoller Sportplatz dabei waren, mit ihrem Einsatzwillen und der gezeigten Leistung.  Um den Platz nicht zu sehr zu strapazieren, wurde statt den üblichen zweimal 40 Minuten die Spielzeit auf insgesamt 65. Minuten  in drei Drittel reduziert.

 Die Grazer erwischten den besseren Start. Mit einem Angriff über rechts kamen sie bereits gefährlich nahe an die Reichenhaller Mallinie. Zweimal konnten die Raufbolde die Grazer noch ausbremsen, ehe es ihnen in der 3. Minute doch gelang, das Ei erfolgreich hinter der Linie zu platzieren. Nach der erfolgreichen Erhöhung stand es somit 7:0 für die Gäste. In der Folge probierten beide Teams immer wieder, die Abwehrreihen des Gegners zu durchbrechen, jedoch gelang dies nur noch den Gästen einmal erfolgreich. Nach dem  Try fand diesmal aber der Erhöhungskick nicht den Weg zwischen die Pfosten – 12:0 für Graz (14. Minute). Kurz vor der ersten Pause war das Ei per Kick dann Richtung der Gäste-Mallinie unterwegs, doch ein Grazer  konnte das Spielgerät noch abfangen. Im zweiten Abschnitt ging es lange rund um die Mittellinie hin und her. Dann gelang den Österreichern der entscheidende Durchbruch. Ein Grazer kickte das Ei vor sich her, bekam es im entscheidenden Moment zu fassen und legte den nächsten erfolgreichen Try zum 17:0 (24.). Die Erhöhung klappte erneut nicht.

 Im letzten Drittel fand Graz dann keine Lücken mehr. Die Raufbolde übernahmen nun das Kommando auf dem Platz und setzten sich in der Hälfte der Gäste fest. Der entscheidende Spielzug zum eigenen Try wollte an diesem Nachmittag aber nicht gelingen. Erst kurz vor Schluss schafften es die Grazer dann nochmal über die Mittellinie, ohne jedoch nochmal wirklich gefährlich zu werden. Damit blieb es beim 17:0. Trotz des Regens war die gegenseitige Verabschiedung und der gemeinsame Dank bei den Fans Ehrensache für die komplett durchnässten Spieler, ehe es unter die warme und verdiente Dusche ging.

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