Klare Niederlage gegen Tabellenführer Nürnberg

von Andreas Kettner

Nichts zu holen gab es gegen den weit angereisten Tabellenführer Nürnberg. Von Anfang an zeigten die Franken, dass sie vollkommen zu recht an Tabellenplatz 1 der bayerischen Regionalliga stehen. Mit breiter Brust, einem vollen Kader und viel Motivation im Gepäck reiste der TSV ins wunderschöne Bad Reichenhall, um dann nach 80 Minuten schönstem Rugby als Sieger wieder die Heimreise anzutreten.

Doch der Reihe nach: "Verletzungssorgen" ist wohl das Unwort des Jahres bei den Raufbolden. Aufgrund diverser Absagen vor dem Spiel musste Coach Brunnauer tief in die Trickkiste greifen, um zumindest eine volle XV mit zwei Ersatzsielern aufbieten zu können. Etliche Spieler fanden sich auf Positionen wieder, die sie entweder noch nie oder zumindest nur ausnahmsweise mal im Training innehatten. Ganz anders die Franken, die mit der vollen 22-Kaderstärke und in Bestbesetzung anreisten. Das Ziel war demnach vor Spielbeginn bereits klar definiert: Den Nürnbergern das Leben nicht zu leicht zu machen und nach 80 Minuten stolz vom Platz zu gehen.

In der ersten Halbzeit konnten so zwar die Franken bereits einige Male punkten, doch immer waren es nur Kleinigkeiten - in der Schule würde man wohl Flüchtigkeitsfehler sagen - die Nürnberg den Punktgewinn möglich machten. Vor allem in den Standards wie Scrum und Lineout konnten sich die Raufbolde keine Vorwürfe machen. Etlilche Male kam man auch nahe ran ans gegnerische Malfeld, nur der Versuch wollte nicht gelingen.

In Halbzeit zwei musten weitere 20 Minuten gespielt werden, bis endlich der Ehrentreffer gelang. In der Schlussphase war dann ganz offensichtlich die Luft raus. Doch bis zum Schlusspfiff gab man sich nicht auf und hielt dagegen, was nur irgendwie ging.

Als schließlich Schiedsrichter Grellet, der im Übrigen nach Meinung aller Akteure auf und abseits des Spielfeldes eine mehr als hervorragende Leistung zeigte, das Spiel abpfiff sah man in zufriedene Reichenhaller Gesichter und dies trotz einer klaren 7 - 46 Niederlage. "Heute war nicht viel zu holen für uns. Gerade deswegen sind wir sehr zufrieden, dass wir 80 Minuten eine starke Moral und Kampfgeist gezeigt haben." resümiert Kapitän Maxi Grassl. "Die Spiele, die wir gewinnen wollen und müssen sind die nächsten in Augsburg und zu Hause gegen Würzburg. Mit dem vorletzten Tabellenplaz sind wir nicht zufrieden, auch wenn es noch sehr anstrengend wird". Aufgrund etlicher Spielabsagen in der Hinrunde haben die Kurstädter zwei Spiele weniger auf dem Tabellenkonto als die Konkurrenz und müssen diese noch bis Ligaschluss Anfang Juni unterbringen. Weiter geht es am Samstag auswärts beim Dauerrivalen RFC Augsburg - und wenn die Verletzungssorgen dann etwas kleiner werden stehen die Chancen auf einen Sieg nicht schlecht. Die Einstellung stimmt auf jeden Fall!

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