Bittere 0:79-Pleite in Augsburg 

von Andreas Kettner

Die Verletztenmisere erreichte beim arg gebeutelten RFC Bad Reichenhall jüngst seinen negativen Höhepunkt: Mit nur 15 Mann, also ohne einen einzigen Ersatzspieler, traten die Raufbolde die Fahrt zum Tabellenvierten der Rugby-Regionalliga an. Gastgeber RFC Augsburg profitierte dabei am Ende von zwei verletzungsbedingten Ausfällen der Kurstädter, die die Partie praktisch mit nur 13 Mann zu Ende spielen mussten. Somit hieß es letztlich 0:79 für die an diesem Tag chancenlosen Raufbolde. Augsburg kletterte hingegen auf Rang 3.

Dabei starteten die Gäste gut in die Auswärtspartie, auch wenn die Hausherren den ersten Versuch legten. Dennoch sahen die Fans bis zur 26. Minute einen offenen Schlagabtausch zwischen beiden Teams. Dann aber schlichen sich Fehler in die Abwehrarbeit der Kurstädter ein. Augsburg nutzte diese eiskalt und zog bis zur Halbzeit mit drei weiteren Versuchen und einer Erhöhung auf 22:0 davon.  

Ein RFC-Spieler blieb verletzt in der Kabine und somit mussten die Raufbolde Durchgang zwei mit nur 14 Mann bestreiten.  Augsburg griff hingegen auf seine volle Ersatzbank zurück und brachte bei fünf Einwechslungen immer wieder frische Spieler aufs Feld. 20 Minuten vor Schluss  musste ein weiterer Raufbold angeschlagen passen. Er hielt zwar trotz Verletzung tapfer auf dem Rasen durch, konnte  aber sein Team nicht mehr wirklich unterstützen – im Endeffekt beendeten die Raufbolde damit die Partie mit 13 Mann.  Während bei den Gästen die Kräfte so zunehmend schwanden, übernahmen die Hausherren endgültig das Kommando und ließen den  Kurstädtern kaum mehr Zeit zum Durchatmen.  Bei den Augsburgern klappte jeder Spielzug. Sie kamen  immer wieder durch und platzierten das Leder-Ei hinter der Mallinie der Reichenhaller zum 79:0-Endstand. 

„Wir haben eine tolle Moral bewiesen und gekämpft bis zum Schluss“, lobte Coach Andreas Brunnauer seine Truppe nach der extrem kräftezehrenden Partie. Lob gab es auch vom ehemaligen Vorsitzenden des Bayerischen Rugby-Verbands Michael Neuner: „Zu Fünfzehnt  antreten und mit 13 Mann zu Ende spielen –  dabei bis zum Schluss zu kämpfen verdient Respekt. Hurra die Gams.“

Die Raufbolde stecken nach dieser Niederlage weiter auf Platz 7 fest. Allerdings bleiben vier Spiele, um sich noch nach oben zu arbeiten. Die Gegner sind dabei je zweimal der Würzburger RK und der München RFC II. Das stramme Restprogramm bedeutet aber gleichzeitig, dass den Raufbolden wenig Zeit zum Erholen bleibt. Weiter geht es bereits am Samstag, 13 Mai, mit dem Heimspiel gegen Würzburg.

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