Bayrische Geschichte

tl_files/RFC/img/bayrgeschichte/bayerngeschichte1.jpgWas viele meiner Gesprächspartner gemein haben, ist ein halb ungläubiges, halb belustigtes Schmunzeln, wenn ich Ihnen erzähle, daß ich beim Bayerischen Rugbyverband für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig bin. "Rugby? In Bayern?", "Is des des Spiel mit dene Kerle in Rüstung???" oder "Des spielt doch keiner!" sind die häufigsten Reaktionen. Die ungläubigsten Reaktionen aber ernte ich dann, wenn ich etwas weiter aushole, so wie jetzt:Die wenigsten Leute wissen, daß in Bayern schon seit Ende des l9. Jahrhunderts intensiv Rugby gespielt wird. Einige historische Quellen belegen, daß der berühmte Nürnberger "Club" anno 1900 als Rugbyverein gegründet wurde. In den 0er und 30er Jahren existierten in München 4 Vereine und wie im Rest Deutschlands erblühte der Rugbysport, bis er durch den Kriegseintritt Großbritanniens als sogenannte "Feindsportart" in der Versenkung verschwand.
Nach Ende des zweiten Weltkrieges wurde es lange Zeit ruhig um den Rugbysport. Erste Unternehmungen dieser Art sind in Bayern erst wieder ab Anfang 1974 belegbar, als Soldaten der U.S. Armee in Augsburg eine eigene Mannschaft gründeten und begannen, gegen andere Army-Teams zu spielen. Andere U.S.-Standorte folgten und auch immer mehr zivile Vereine wurden gegründet. Der erste eingetragene Rugbyverein Bayerns war der Munich RFC, der seine ersten Spiele in der amerikanischen "United States Forces Rugby Union" bestritt und später als Gast in Baden-Württemberg spielte. Mannschaften aus Würzburg, Ansbach, Nürnberg und München formten bald darauf die erste Bayernliga und bildeten zusammen mit Teams aus Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg die "United States Forces Rugby Union" (USFERU), die Mitglied des amerikanischen Rugbyverbandes wurde. Bis zum Abzug der amerikanischen Truppen war bis zu 32 Mannschaften in Süddeutschland in diesem Verband organisiert, darunter 14 aus Bayern.
Erst 1985 wurde mit der Rugby-Abteilung des TUS Fürstenfeldbruck ein zweiter, nicht militärischer Verein in Bayern gegründet.

Die Entstehung des Verbandes

tl_files/RFC/img/bayrgeschichte/bayerngeschichte2.jpgBereits Mitte der 80er Jahre wurde mehrfach versucht, einen eigenen bayerischen Dachverband zu gründen, was aber an den, vom BayerischenLandessportverband vorgegebenen Kriterien wie die geforderte Anzahl von 24 Vereinen und über 2000 Mitgliedern, scheiterte. Ausgerechnet "a Preiß", wie es hier in Bayern so gern heißt, löste das Problem auf elegante Weise, indem er vorschlug den Landesverband selbst als e.V. zu gründen. Klaus-Uwe Gottschlich hieß der damalige Retter in der Not, der auch heute noch eine der rührigsten Gestalten im deutschen Rugby ist. 1996 wurde dann endlich der "Rugbyverband Bayern e.V." gegründet. Seit diesem Tage sind zahlreiche Vereine dazugekommen, doch fehlt es den Ligen noch immer an zahlenmäßiger Stärke! Dies wird eines der Probleme sein, die der Verband in näherer Zukunft wird lösen müssen!

 

Die Funktionen des RVBY

Der Bayerische Rugbyverband verfolgt als Zusammenschluß der Bayerischen Rugbyvereine in erster Linie die folgenden Ziele:
Zum einen vertritt der RVBY die Interessen der bayerischen Rugbyvereine gegenüber anderen Landesverbänden, sowie dem Deutschen Rugbyverband. Außerdem hält der RVBY als Bindeglied Kontakt zu Verbänden im europäischen Ausland.
Auf der anderen Seite ist der RVBY auch unmittelbar für seine Mitglieder tätig. Der Verband ist für die Organisation und Durchführung des Ligabetriebes zuständig. Er führt Schulungen für Schiedsrichter und Trainer durch, unterstützt seine Mitgliedsvereine bei Problemen und leistet Geburtshilfe bei neuen Vereinsgründungen. Desweiteren leistet der Verband Grundlagenarbeit bei der Verbreitung und Präsentation des Rugbysports in der Öffentlichkeit.

Die Organe des RVBY

tl_files/RFC/img/bayrgeschichte/bayerngeschichte3.jpgDerzeit besitzt der Rugbyverband vier Organe mit unterschiedlicher Zielsetzung. Der Vorstand ist in erster Linie mit der Führung und der Vertretung des Verbandes zuständig. Alles was im weitesten Sinn unter Verbandsarbeit, Organisation und so weiter fällt wird vom Vorstand aus dirigiert. Zum Vorstand gehören die beiden Vorsitzenden, die Schriftführerin, ein Kassenwart, ein technischer Leiter, ein Sportwart, eine Frauenwartin, ein Schiedsrichterobmann, ein Pressewart, ein Jugendwart, ein Paßstellenleiter und ein Kassenprüfer. Vor allem die Resortleiter koordinieren die Arbeit Ihrer entsprechenden Kollegen in den Vereinen und stellen die Verbindung zu den beiden Vorsitzenden dar.
Der Jugendausschuß des Rugbyverbandes Bayern weist eine ähnliche Struktur auf wie der Vorstand. Seine Hauptaufgabe ist es, die Jugendarbeit in Bayern aufzubauen und zu koordinieren. Dazu gehört die Betreuung von Jugendmannschaften ebenso, wie der Gang an die Schulen und die Fortbildung von Lehrkräften.
Eine weitere RVBY-Unterorganisation ist die Schiedsrichtervereinigung im RVBY. Sie bildet den Zusammenschluß und die Interessenvertretung der Schiedsrichter Bayerns und ist auch Vorreiter bei der Einführung neuer Regeln oder der Diskussion von anderen Faktoren, die Einfluß auf das Spielgeschehen haben können.
Zu guter Letzt besitzt der RVBY noch ein Schiedsgericht, das bei Streitigkeiten innerhalb des Verbandes schlichten soll. Dieses Schiedsgericht besteht aus drei festen Mitgliedern, darunter auch ein "Profi"-Jurist, sowie zwei Ersatzleuten.
Sie alle bilden zusammen das Team, das den "RVBY-Zug" am Laufen hält.