Starker Abschluss gegen Bayerns Vize

RFC Bad Reichenhall gewinnt 34:20 gegen München RFC II – Augsburg holt sich Regionalliga-Titel

Bad Reichenhall. „Ich habe schon beim Aufwärmen gemerkt, dass jeder   Bock hat, das Spiel hier zu gewinnen“, so Maxi Grassl. Und gewonnen haben die Raufbolde ihre letzte Saisonpartie der Rugby-Regionalliga auf eigenem Rasen. 34:20 hieß es am Ende in Marzoll gegen die Zweite des München RFC. „In Summe haben wir verdient gewonnen, aber wie erwartet, war es ein schweres Spiel“, analysierte Grassl,  der   an der Seitenlinie als Betreuer mitfieberte.  „Dass 170 Fans kommen und sich das Spiel anschauen, macht uns stolz und dankbar, dass sie uns so anfeuern und unterstützen. Das gab uns den richtigen Push“, freute sich Grassl nicht nur über den Sieg. 

Dabei bekamen die Zuschauer, die auch einem heftigen Regenschauer trotzten, einiges geboten, ging es doch für die Münchner noch um die Meisterschaft in der Regionalliga. Doch die  erste Hälfte gehörte klar dem RFC, der selbst noch um Platz 3  spielte, ehe zwei gelbe Karten und ein Gewitter die Raufbolde etwas ausbremsten. Am Ende  reichte der Sieg gegen den Bayerischen Vizemeister nicht zum 3. Rang, da Konkurrent TSB Ravensburg in Würzburg 12:6 gewann und damit denkbar knapp, dank der besseren Spielpunkte-Bilanz, punktgleich mit 45 Zählern vor den Reichenhallern als  Dritter die Saison abschließt. Der RFC Augsburg  ließ bei StuSta München II nichts mehr anbrennen und sicherte sich mit einem klaren 38:5-Erfolg die Bayerische Meisterschaft. Jetzt geht es für die Fuggerstädter am 13. und 20. Juli gegen den Karlsruher SV in die Aufstiegs-Relegation für  die 2. Bundesliga. „Hoffentlich steigt Augsburg auf – wir haben ja jetzt den A8-Pokal“, scherzt Grassl. Diesen, zwischen beiden Vereinen bei ihren Liga-Aufeinandertreffen intern ausgespielten Cup sicherten sich die Raufbolde mit ihrem Auswärtserfolg in Augsburg in dieser Saison. Steigt Augsburg auf, könnte es also eine Zeit lang dauern, ehe der Pokal wieder ausgespielt wird.

Favorit findet kein Mittel  gegen RFC-Anfangswirbel

Die Gastgeber legten gleich stark los und kämpften sich Meter für Meter an die gegnerische Endzone heran. Die ersten drei Punkte gab es per Penalty-Kick, den Lorenzo Spadoni zwischen  die Pfosten setzte. Nach einem Gedränge in ihrer Hälfte, schafften die Münchner über wenige Stationen einen Try samt Erhöhung zum 7:3.    Doch die Reichenhaller ließen sich von der Führung des Favoriten nicht beeindrucken: Bei einem  Einwurf eroberte der RFC den Ball,  Spadoni sprintete über das halbe Feld und legte den Try. Auch die Erhöhung verwandelte er souverän zum 10:7.   Rund 20 Minuten waren gespielt, als München per Penalty-Kick zum 10:10 ausgleichen konnte. In der Folge wirkten die Gäste allerdings etwas ratlos, konnten sie doch dem unbedingten Siegeswillen der Raufbolde in der ersten Hälfte nur noch wenig entgegensetzen.  Angriff auf Angriff  rollte nun gegen die Landeshauptstädter, deren Befreiungsversuche allesamt abgefangen wurden. Schließlich bekam RFC-Spielertrainer Fabian Weidinger kurz vor der Mallinie den Ball und legte das Ei zwischen den Pfosten ab, Spadoni erhöhte zum 17:10. Wenig später schob sich ein Spielerpulk nach einem Einwurf Richtung MRFC-Endzone. Weidinger löste sich daraus und hechtete an der Eckfahne über die Linie. Aus der schwierigen Position klappte diesmal die Erhöhung nicht – 22:10. Auf der Gegenseite konnten die Gäste kurz vor der Endzone gestoppt werden, der RFC befreite sich und Weidinger startete los. Der mitgelaufene Spadoni bekam zentral den Pass und rutschte zum nächsten erfolgreichen Versuch zwischen den Torpfosten hindurch. Die Conversion war diesmal kein Problem zum  29:10-Halbzeitstand.

Gewitter direkt über dem Platz 

Die intensive erste Hälfte und das schwüle Wetter  hatten auf  beiden Seiten viel Kraft gekostet. So ging es zunächst etwas ruhiger zur Sache.  Mit Donnergrollen hatte sich der Regen bereits angekündigt, der dann etwas Abkühlung brachte und offenbar neue Energien freisetzte:  Antonio Librada schaffte es  mit dem  nun rutschigen Ball über die Linie zum nächsten Versuch der Kurstädter. Erhöhungspunkte kamen diesmal nicht dazu – 34:10.   Waren die umliegenden Berge schon bei Spielbeginn nur auf den Trikots der Gastgeber zu sehen – die Originale waren in Wolken eingehüllt – verschwand nun die Umgebung fast komplett hinter dem dichten Regenschleier. Als es dann über dem Platz krachte, unterbrach Schiedsrichter Jared Grellet die Partie. Die Unterbrechung, aber auch die zwei gelben Karten für die Reichenhaller Christoph Huber und Thomas Prexl, die jeweils eine zehnminütige Zeitstrafe nach sich zogen, ließen den Spielfluss bei den Gastgebern abreißen. So schafften die Landeshauptstädter an der Eckfahne den Durchbruch  zum 15:34. Fünf Minuten vor Schluss  war der MRFC nochmal durch, erneut klappte die Erhöhung nicht. So kamen die Münchner zwar noch auf 20:34 ran, am Sieg der Raufbolde konnten sie aber nicht mehr rütteln.  

„Wir haben uns nach dem Würzburg-Spiel gut erholt und waren von der ersten Minute an voll da. Unser Trainer hat uns auch super auf die Partie eingestellt“, freute sich Maxi Grassl nach dem Schlusspfiff.  „Ich bin total stolz auf alle. Die Trainingsbeteiligung war bis zum Schluss  sehr hoch. Es macht einfach Spaß, wenn alle so mitziehen.

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